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Links und rechts der Reutlinger Wilhelmstraße


11. AUGUST 2011
 

Ökologischer Neustart. Die vier neuen Busse der Reutlinger Stadtverkehr (RSV) erreichen den so genannten Enhanced Environmentally Friendly Vehicle (EEV-Standard). Die neuen Busse sind also besonders umweltfreundliche Fahrzeuge, denn dieser Standard ist der nach Angaben der RSV "zurzeit anspruchsvollste Abgas-Standard für Omnibusse und Lastkraftwagen." Die EEV-Abgasnorm ist für die Verminderung der Feinstäube und die Einhaltung der ab 2010 einzuhaltenden Grenzwerte für die Stickoxidbelastung besonders wichtig: Denn die Emissionen von Stickoxiden sind bei EEV-Fahrzeugen erheblich niedriger als zum Beispiel bei den bisher angewandten Euro-Normen.

Die besonders umweltschonenden Fahrzeuge überträfen die Abgasqualität der für Busse und LKWs gültigen Abgasnorm Euro 5, die ab 2009 für alle Neuzulassungen vorgeschrieben ist. Für die Kohlenstoffdioxid-Emissionen pro Fahrgast bedeute dies, dass ein durchschnittlich besetzter Linienbus weniger als ein Drittel eines durchschnittlich besetzten Pkws emittiert. In der Verkehrsspitze beträgt die CO2-Emission eines Linienbusses (pro Fahrgast und 100 km) sogar nur etwa fünf Prozent der vergleichbaren Pkw-Emission. Jeder, der in der Hauptverkehrszeit anstelle eines Pkw den Linienbus nimmt, vermeidet also 95 Prozent CO2. Auch in Sachen Fahrgastinformation entsprächen die neuen Busse höchsten Standards.

An den Bussen gibt es zum Beispiel großformatige, kontrastreiche LED-Anzeigen an den Fahrzeugen, auf denen man Informationen über die Strecke gut ablesen könne. Das gelte auch für die Bildschirme im Innenbereich. Bei allen Bussen sind außerdem Klapprampen für Rollstuhlfahrer und die so genannte "Kneeling-Funktion" angebracht, die es erlaubt, die rechte Fahrzeugseite im Stand um bis zu 60 Millimeter abzusenken. Dies erleichtere Kindern, älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen den Einstieg. Als Besonderheit hebt der RSV neben der Klimaanlage im Fahrgastraum übrigens die Videoüberwachung der Busse heraus. Diese diene zur "Stärkung des Sicherheitsgefühls".

Sozialer Hoffnungsschimmer. Vergangene Woche gab es hohen Besuch in dem Räumen der ArBi, der unabhängigen und kostenlosen Erwerbslosenberatung in Reutlingen. Nils Schmid, Landesminister für Finanzen und Wirtschaft, informierte sich mit KollegInnen der Reutlinger SPD über die soziale Situation und die rechtlichen Probleme von Arbeitslosen. Dank einer Förderung der Aktion 1+1, einem Fonds des Diakonischen Werkes Württemberg, kann sich die Erwerbslosenberatung jetzt noch intensiver darum kümmern, dass das Angebot gefestigt und erweitert wird. Die Geschäftsführung kann nun mit einer 50-Prozent-Stelle besetzt werden.

Thomas Bangemann, der diese Stelle seit dem 1. Juni wahrnimmt, zeigte bei dem Termin kurz auf, dass der Verein, der im Mai 2010 aus finanziellen Gründen fast geschlossen werden musste, "dank der belebenden Wirkung der Gelder von einzelnen Spendern und des Spendenparlaments" jetzt auf einem guten Weg sei. Neue Aktivitäten zur Selbsthilfe und zur Selbstaktivierung für Erwerbslose sollen nachhaltig ausgeweitet werden. Nils Schmid habe sich besonders nach den Erfahrungen aus der Praxis der Erwerbslosenberatung erkundigt. Diese Erfahrungen sollen im Rahmen des neuen Landesarbeitsmarktprogramms für Langzeitarbeitslose und für das geplante Förderprogramm der unabhängigen Erwerbslosenberatung berücksichtigt werden.

"Wir wollen aus dem ganzen Land die jeweils besten Erfahrungen aufgreifen und zum Standard machen. Die ArBi Reutlingen kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten", sagte Nils Schmid. Bangemann habe Schmid aus den Kontakten der Berater und aus persönlichen Einzelgesprächen mit Betroffenen zum Beispiel berichten können, dass bei Beschäftigungsmaßnahmen die "gezielte und individuelle Förderung Vorrang vor dem Gießkannenprinzip bekommen sollte".

ka

11.08.2011 - aktualisiert: 11.08.2011 10:02 Uhr

 






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